
Handaufzug, Automatik, Quarz: Was eine Uhr antreibt
Zugfeder, Rotor oder Quarzkristall: die drei Herzen einer Uhr und was jedes von ihnen für den Menschen bedeutet, der sie trägt.
Drehen Sie eine feine Uhr um, und vielleicht entdecken Sie eine winzige Welt in Bewegung: Räder, Federn und eine Unruh, die mit der Geduld eines Metronoms hin und her schwingt. Oder Sie finden Stille und einen Kristall, der weit jenseits der Hörgrenze summt. Jede Uhr hat ein Herz, und es gibt drei große Arten davon. Hier erfahren Sie, wie jedes von ihnen arbeitet, was es von Ihnen verlangt und welches zu Ihrer Art zu leben passen könnte.
Die gespannte Feder
Die älteste der drei ist die mechanische Uhr mit Handaufzug, und ihre Logik ist auf wunderbare Weise greifbar. Mit jeder Drehung der Krone spannt sich die Zugfeder, ein aufgerolltes Metallband in einer kleinen Trommel, dem Federhaus. Während sich die Feder langsam entspannt, gibt sie ihre gespeicherte Energie an das Räderwerk ab, eine Folge von Rädern, die die Kraft weiterreicht und sie in den gemessenen Lauf der Zeiger verwandelt.
Sich selbst überlassen, würde diese Energie in Sekunden verströmen. Das verhindert die Hemmung. Sie sperrt und löst das Räderwerk in gleichmäßigen Schritten und gibt bei jeder Freigabe der Unruh einen kleinen Impuls, die an einer feinen Spiralfeder hin und her schwingt. Der regelmäßige Rhythmus der Unruh ist es, der die Zeit misst. Viele moderne Werke schlagen mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, also mit 4 Hz: acht Schläge in jeder Sekunde, weshalb der Sekundenzeiger einer mechanischen Uhr zu gleiten scheint. Der Film auf dieser Seite zeigt eine Unruh bei der Arbeit.
Bei genauerem Hinsehen erkennen Sie Steine. Es sind synthetische Rubine, eingesetzt an den Stellen, an denen sich die Wellen der Räder drehen, denn ihre harten, glatten Oberflächen vermindern Reibung und Verschleiß. Eine voll aufgezogene Zugfeder bietet üblicherweise eine Gangreserve von etwa 40 bis 80 Stunden, deshalb möchte eine Uhr mit Handaufzug täglich zu ungefähr derselben Zeit aufgezogen werden. Viele Besitzer lernen dieses kleine morgendliche Ritual zu schätzen.
Ein Gewicht, das Ihnen folgt
Die Automatikuhr bewahrt alles bisher Beschriebene und fügt ihm eine elegante Idee hinzu. Ein Rotor, eine beschwerte Halbscheibe auf der Rückseite des Werks, dreht sich frei, sobald sich Ihr Handgelenk bewegt. Über eine Reihe kleiner Räder ziehen diese Drehungen die Zugfeder für Sie auf. Sie greifen nach einer Tasse, unterstreichen ein Gespräch mit einer Geste, gehen zum Bahnhof, und die Uhr sammelt still ihre Energie. Eine Rutschkupplung bewahrt die Feder davor, überzogen zu werden.
Das Prinzip des Selbstaufzugs reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, in die Zeit der Taschenuhr, und wird häufig dem Uhrmacher Abraham-Louis Perrelet zugeschrieben. Sein natürliches Zuhause fand es in den 1920er-Jahren, als die ersten Armbanduhren mit Selbstaufzug erschienen. Das Handgelenk, das nie ganz stillhält, erwies sich als der ideale Antrieb.
Eine Automatik, die täglich getragen wird, läuft einfach weiter. Legen Sie sie ein Wochenende lang beiseite, bleibt sie womöglich stehen; das lässt sich mit einigen Drehungen der Krone und dem Neustellen der Zeiger leicht beheben. Manche Sammler bewahren ihre Automatikuhren auf einem Uhrenbeweger auf, einem kleinen Kasten, der sie sanft dreht, während sie ruhen.
Eine mechanische Uhr zählt die Zeit und leistet Ihnen dabei Gesellschaft.
Der singende Kristall
Quarz folgt einem ganz anderen Prinzip. Eine Batterie schickt einen winzigen elektrischen Strom durch ein Quarzplättchen, das in Form einer Stimmgabel geschnitten ist, und der Kristall antwortet mit 32.768 Schwingungen pro Sekunde. Ein Schaltkreis zählt diese Schwingungen und sendet einmal pro Sekunde einen Impuls an einen Miniaturmotor, der die Zeiger weiterbewegt. Deshalb springt der Sekundenzeiger der meisten Quarzuhren in einem klaren Schritt voran.
Das Ergebnis ist eine bemerkenswerte Präzision: Eine Quarzuhr geht in der Regel auf wenige Sekunden im Monat genau. Die erste Quarzarmbanduhr erschien 1969 und machte die exakte Zeitmessung für nahezu jeden erreichbar. Quarz bietet zudem praktische Vorzüge. Ein Quarzwerk läuft jahrelang mit einer einzigen Batterie und ist bereit, sobald Sie das Armband schließen.
Auf Präzision geprüft
Eine feine Uhr kann sich eine weitere Auszeichnung verdienen. Ein Chronometer ist eine Uhr, deren Werk amtliche Präzisionsprüfungen bestanden hat, durchgeführt von einem unabhängigen Institut. Mechanische Werke werden über mehrere Tage beobachtet, in verschiedenen Lagen und bei unterschiedlichen Temperaturen, und nur jene, die innerhalb strenger Grenzen bleiben, erhalten ihr Zertifikat. Es ist ein stilles Ehrenzeichen, das oft auf dem Zifferblatt vermerkt ist.
Präzision hat Bestand, wenn sie gepflegt wird. Ein mechanisches Werk ist auf winzige Mengen Öl angewiesen, die langsam altern; deshalb tut ihm alle paar Jahre eine Revision gut, so wie es der Hersteller empfiehlt. Ein Uhrmacher zerlegt, reinigt, ölt und reguliert das Werk und prüft anschließend die Wasserdichtheit. Eine Quarzuhr braucht von Zeit zu Zeit eine neue Batterie und, wie jede Uhr, eine regelmäßige Kontrolle ihrer Dichtungen.
Welches Herz zu Ihnen passt
Wählen Sie eine Uhr mit Handaufzug, wenn Sie Rituale lieben und eine innige Beziehung zu Ihren Dingen pflegen. Sie ist oft flacher, weil sie keinen Rotor trägt, und das tägliche Aufziehen wird zu einer Geste, die Sie erdet. Wählen Sie eine Automatik, wenn Sie an den meisten Tagen dieselbe Uhr tragen und mechanische Handwerkskunst schätzen, die im Gegenzug fast nichts von Ihnen verlangt.
Wählen Sie Quarz, wenn Sie zwischen mehreren Uhren wechseln, eine Uhr zu besonderen Anlässen tragen oder schlicht Genauigkeit und Bequemlichkeit schätzen. Eine Quarzuhr kann ebenso fein gefertigt und veredelt sein, und sie ist bereit, wann immer Sie es sind. Viele Sammlungen vereinen am Ende mehr als ein Herz: eine Automatik für den Alltag, eine Uhr mit Handaufzug für ruhige Abende, eine Quarzuhr für die Reise.
Letztlich ist die Wahl weniger eine Frage der Technik als des Temperaments. Manche lieben das leise Ticken und das Gefühl der Krone, die sich unter den Fingern dreht; andere lieben die ruhige Gewissheit eines Kristalls, der beständig den Takt hält. Jedes Herz hat seine eigene Poesie. Hören Sie auf Ihres, und die richtige Uhr wird sich weniger wie ein Accessoire anfühlen als wie ein Begleiter.
Fragen und Antworten
Wie oft sollte eine mechanische Uhr revidiert werden?
Folgen Sie der Empfehlung des Herstellers, die meist eine Revision alle paar Jahre vorsieht. Der Uhrmacher zerlegt, reinigt, ölt und reguliert das Werk und prüft anschließend die Wasserdichtheit. Regelmäßige Pflege hält die Öle frisch und den Gang beständig, und sie erlaubt es, eine feine mechanische Uhr über Generationen hinweg zu genießen.
Kann ich eine Automatikuhr von Hand aufziehen?
Viele Automatikwerke lassen sich zusätzlich über die Krone aufziehen, was nützlich ist, wenn die Uhr geruht hat und stehen geblieben ist. Einige behutsame Drehungen bringen die Unruh wieder zum Schwingen. Danach versorgen das tägliche Tragen und der kreisende Rotor die Zugfeder mit Energie.
Was bedeutet es, wenn eine Uhr ein Chronometer ist?
Ein Chronometer ist eine Uhr, deren Werk amtliche Präzisionsprüfungen eines unabhängigen Instituts bestanden hat. Das Werk wird über mehrere Tage in verschiedenen Lagen und bei unterschiedlichen Temperaturen beobachtet und muss innerhalb strenger Grenzen bleiben. Das Wort auf dem Zifferblatt steht für eine Ganggenauigkeit, die geprüft und bestätigt wurde.
Drei Begriffe
- Hemmung
- Der Mechanismus, der die Energie der Zugfeder in kleinen, regelmäßigen Schritten freigibt und die Unruh in Schwingung hält.
- Gangreserve
- Die Zeitspanne, die eine voll aufgezogene Uhr läuft, bevor sie stehen bleibt, üblicherweise etwa 40 bis 80 Stunden.
- Rotor
- Der beschwerte, frei drehende Teil eines Automatikwerks, der die Zugfeder aufzieht, während sich das Handgelenk bewegt.
Foto: lizenzierte Stockfotografie.


